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Panorama des Kleinen Kiels mit dem markanten Rathausturm und dem Opernhaus Kiel vor einem farbenprächtigen, rosa leuchtenden Abendhimmel.

Kiel: Hafenstadt an der Ostseeküste

Aktualisiert: 16.07.2026, 17:47

Kiels moderne Kreuzfahrtterminals am Ostseekai und Schwedenkai liegen unmittelbar an der Innenstadt und sind vom Hauptbahnhof aus in wenigen Gehminuten zu Fuß erreichbar. Dieser umfassende Guide zeigt Ihnen, wie Sie die verschiedenen Liegeplätze – einschließlich des weiter entfernten Ostuferhafens – logistisch mühelos meistern, wie Sie die Schleusen des Nord-Ostsee-Kanals besuchen und wie Sie einen maritimen Ausflug nach Laboe komplett auf eigene Faust gestalten.

Der Kreuzfahrthafen Kiel: Das Tor zur Ostsee und dem hohen Norden

Ein malerischer Strandausschnitt bei Kiel mit einem Busch und zwei Strandkörben.

Wer in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt Kiel einläuft, erlebt echten maritimen Puls. Die weit ins Land reichende Kieler Förde bildet ein natürliches Hafenbecken von herausragender Tiefe und geschützter Lage, was die Stadt zu einem der bedeutendsten Passagierhäfen Nordeuropas macht. Jährlich starten und enden hier Hunderte von Kreuzfahrten in Richtung der norwegischen Fjorde, des Baltikums, der britischen Inseln oder bis hinauf zum Nordkap.

Die Liegeplätze: Ostseekai, Schwedenkai, Sartorikai und Ostuferhafen

Kiel verfügt über mehrere, teils sehr unterschiedlich gelegene Terminals. Welchen Liegeplatz Ihr Schiff nutzt, ist für Ihre Anreise und Tagesplanung der entscheidende Faktor.

  • Ostseekai (LP 27 & 28): Dies ist das unbestrittene Flaggschiff unter den Kieler Terminals. Es liegt direkt an der beliebten Flaniermeile Kiellinie im Herzen der Stadt. Sobald Sie das moderne, gläserne Terminalgebäude verlassen, stehen Sie praktisch schon in der Fußgängerzone oder am Ufer der Förde.
  • Schwedenkai & Sartorikai: Diese Terminals liegen ebenfalls hochgradig zentral an der Westseite der Förde und werden primär für den Fährverkehr nach Göteborg sowie für kleinere und mittelgroße Kreuzfahrtschiffe genutzt.
  • Ostuferhafen (LP 1): Dieses Terminal liegt auf der gegenüberliegenden, östlichen Seite der Kieler Förde. Es ist ein moderner Liegeplatz für besonders große Schiffe, liegt jedoch in einem Industriegebiet und ist logistisch nicht zu Fuß von der Innenstadt aus zu erreichen.

Unser Tipp: Exklusive Momente an Deck genießen: Wenn Ihr Schiff am späten Nachmittag die Leinen löst und langsam die Kieler Förde hinabgleitet, sollten Sie sich unbedingt auf dem Außendeck einfinden. Die Passage vorbei an den Stränden von Heikendorf, Laboe und der engen Fördemündung ist landschaftlich wunderschön und markiert den perfekten, emotionalen Beginn einer jeden Seereise.

Die beliebtesten Kreuzfahrten ab Kiel

    Transfer: So gelangen Sie vom Kieler Hauptbahnhof zu den Terminals

    Kiel zeichnet sich durch extrem kurze und durchdachte Transferwege aus, was die individuelle Anreise mit der Deutschen Bahn besonders attraktiv macht.

    Zu Fuß zu den stadtnahen Terminals (Ostseekai, Schwedenkai & Sartorikai)

    Sollte Ihr Schiff am Ostseekai oder Schwedenkai liegen, können Sie auf teure Taxis oder Transfers meist komplett verzichten.

    • Vom Bahnhof zum Schwedenkai: Der Weg führt flach an der Kaimauer entlang und dauert zu Fuß lediglich etwa 5 bis 10 Minuten.
    • Vom Bahnhof zum Ostseekai: Sie spazieren ganz bequem und barrierefrei entlang der Fördepromenade nach Norden. Der gut ausgeschilderte Fußweg dauert etwa 15 bis 20 Minuten und bietet Ihnen bereits die ersten fantastischen Fotomotive der einlaufenden Schiffe. Ihr Gepäck können Sie bei vielen Reedereien bereits direkt am Bahnhof an einem mobilen Sammelstand abgeben.

    Transfer zum Ostuferhafen (Shuttles & Fähren)

    Sollte Ihr Schiff am weiter entfernten Ostuferhafen festmachen, erfordert der Transfer ein wenig Planung.

    • Shuttle-Busse der Reedereien: Nahezu alle Reedereien bieten am Einschiffungstag einen kontinuierlichen, meist kostenpflichtigen Bus-Shuttle direkt vom Kieler Hauptbahnhof zum Terminal im Ostuferhafen an.
    • Die maritime Alternative (SFK-Fähren): Die Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) betreibt die öffentlichen Fördefähren. Die Linie F1 (Fördelinie) pendelt regelmäßig zwischen der Bahnhofsbrücke (direkt am Hauptbahnhof) und verschiedenen Anlegern. Dies ist die landschaftlich reizvollste Art, die Förde zu überqueren.

    Kiel an einem Tag: Die besten Sehenswürdigkeiten auf eigene Faust

    Der stimmungsvoll beleuchtete Kieler Bootshafen bei Nacht mit blau illuminierten Stufen und einer glitzernden, schwimmenden Weihnachtsbaum-Lichtskulptur, die sich im Wasser spiegelt.

    Kiel ist eine moderne, vom Meer geprägte Stadt, die sich hervorragend eigenständig erkunden lässt. Die flachen Wege entlang des Wassers sind auch für mobilitätseingeschränkte Gäste sehr komfortabel.

    Die Kiellinie – Kiels schönste Flaniermeile

    Die Kiellinie ist die Lebensader der Stadt. Die kilometerlange Uferpromenade beginnt direkt am Ostseekai und führt vorbei an schattigen Parks, Bootshäusern und maritimen Vereinen.

    • Das Seehundbecken (GEOMAR): Auf halber Strecke der Kiellinie liegt das frei zugängliche Seehundbecken des GEOMAR Helmholtz-Zentrums. Durch große Sichtfenster können Sie die verspielten Seehunde auch unter Wasser beobachten. Besonders die täglichen Fütterungszeiten sind ein beliebtes Highlight.
    • Die historische Seebadeanstalt Düsternbrook: Ein historischer Holzsteg führt hier direkt ins Wasser. Im dazugehörigen Café kann man bei einem kühlen Getränk den Blick über die Förde schweifen lassen.

    Das Schifffahrtsmuseum und die historische Fischhalle

    Nur wenige Gehminuten vom Bahnhof entfernt liegt das Schifffahrtsmuseum Kiel in der historischen, denkmalgeschützten Fischhalle von 1910. Der Eintritt ist komplett kostenfrei. Das Museum dokumentiert die reiche maritime Geschichte der Stadt, den Schiffbau und die Entwicklung des Kaiser-Wilhelm-Kanals. Am angrenzenden Museumshafen können Sie historische Schiffe wie den Seenotrettungskreuzer Hindenburg oder den historischen Raddampfer Freya aus nächster Nähe bestaunen.

    Ein maritimer Ausflug nach Laboe (U-Boot U-995 & Marine-Ehrenmal)

    Für geschichtlich und maritim interessierte Gäste ist ein Halbtagesausflug nach Laboe an der Ostmündung der Förde das absolute Highlight.

    • Die Anreise: Nutzen Sie die Fördefähre der Linie F1 direkt ab der Bahnhofsbrücke oder dem Anleger Seegarten (nahe Ostseekai). Die Fahrt auf dem Wasser dauert rund 45 Minuten und gleicht einer wunderschönen Minikreuzfahrt.
    • Das Marine-Ehrenmal: Der weithin sichtbare, 85 Meter hohe Backsteinturm ragt majestätisch empor. Eine Aussichtsplattform (bequem per Aufzug erreichbar) bietet Ihnen einen spektakulären Rundumblick über die gesamte Förde bis hin zur offenen Ostsee und den dänischen Inseln.
    • Das technische Denkmal U-995: Direkt am Strand vor dem Ehrenmal liegt das originale, geschichtsträchtige U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg. Es kann von innen besichtigt werden und vermittelt auf beklemmende Weise die extreme Enge, unter der die Besatzungen damals arbeiteten.

    Die Schleusenanlagen Kiel-Holtenau (Nord-Ostsee-Kanal)

    Der Nord-Ostsee-Kanal (International Kiel Canal genannt) ist die meistbefahrene künstliche Seeschifffahrtsstraße der Welt. An der Schleusenanlage in Kiel-Holtenau werden gigantische Frachter, Containerschiffe und auch elegante Kreuzfahrschiffe rund um die Uhr geschleust.

    • Die Aussichtsplattform: Auf der Südseite der Schleuse befindet sich eine kostenfreie Besucherplattform, von der aus Sie das technische Schauspiel der Schleusung aus nächster Nähe verfolgen können. Ein kleines, angeschlossenes Informationszentrum erklärt die komplexe Funktionsweise des Kanals.

    Kulinarik & Shopping: Kieler Sprotten und lebendiges Förde-Flair

    • Die echte Kieler Sprotte: Diese traditionelle Räucherfisch-Spezialität aus zarten Sprotten wird traditionell im Ganzen – also mit Kopf und Gräten – verzehrt. Wer es moderner mag, genießt an einem der vielen Holzbuden an der Kiellinie ein frisch belegtes Bismarckhering- oder Matjesbrötchen.
    • Shopping an der Holstenstraße und im Sophienhof: Direkt gegenüber dem Hauptbahnhof beginnt mit dem Sophienhof eines der größten überdachten Einkaufszentren Norddeutschlands. Es geht nahtlos über in die Holstenstraße – die älteste reine Fußgängerzone Deutschlands. Hier lässt es sich hervorragend nach Souvenirs stöbern oder in einem der gemütlichen Cafés verweilen.

    Organisiert oder auf eigene Faust entdecken?

    Breiter Sandstrand an der Kieler Förde in Laboe mit zahlreichen traditionellen Strandkörben, einem Holzsteg zum Wasser und einem vorbeifahrenden Containerschiff am Horizont.

    Kiel ist ein extrem dankbarer Hafen, der sowohl für organisierte Exkursionen als auch für individuelle Entdeckungstouren hervorragende Bedingungen bietet.

    Der organisierte Ausflug: Perfekt für weite Wege ins Umland

    Sollten Sie die Region um Kiel intensiver kennenlernen wollen, bieten die Reedereien perfekt organisierte Touren an.

    • Ausflüge in die Holsteinische Schweiz und nach Plön: Die hügelige Seenlandschaft rund um das Plöner Schloss ist wunderschön, logistisch mit öffentlichen Verkehrsmitteln an einem einzigen Tag jedoch nur schwer zu bewältigen. Hier bietet der organisierte Bus-Transfer maximale Sicherheit.
    • Historisches Lübeck: Die wunderschöne Hansestadt Lübeck mit dem berühmten Holstentor liegt rund 80 Kilometer südöstlich von Kiel. Ein organisierter Landausflug garantiert Ihnen eine stressfreie An- und Abreise sowie eine kompetente Führung durch das UNESCO-Weltkulturerbe.

    Die Erkundung auf eigene Faust: Ideal für den entspannten Fördetag

    Wenn Sie den Tag in Kiel selbst verbringen möchten, ist der Landausflug in Eigenregie die beste und flexibelste Wahl.

    • Maximale Unabhängigkeit: Da die Terminals am Ostseekai und Schwedenkai direkt an der Stadt liegen, spazieren Sie einfach von Bord und gestalten Ihren Tag nach Lust und Laune.
    • Maritime Flexibilität: Die Fördefähren der SFK machen es Ihnen extrem leicht, ohne feste Gruppenzeiten nach Laboe überzusetzen oder die Seehunde am GEOMAR-Becken zu besuchen. Sie kehren einfach dann zum Schiff zurück, wenn es Ihnen am besten passt. Zahlreiche namhafte Reedereien nutzen Kiel sehr häufig als Start- und Zielhafen, sodass sich eine individuelle Verlängerung vor oder nach der Reise in einem der Hotels an der Förde absolut anbietet.

    Praktische Reisetipps für Ihren Aufenthalt

    • Die Kieler Woche: Sollte Ihr Kreuzfahrtaufenthalt in die zweite Junihälfte fallen, erleben Sie Kiel im absoluten Ausnahmezustand. Die Kieler Woche ist das größte Sommerfest Norddeutschlands und das größte Segelevent der Welt. Die gesamte Kiellinie verwandelt sich in eine riesige Festmeile. Das Ein- und Auslaufen ist in dieser Zeit durch Hunderte von Begleitseglern ein unbeschreibliches, hochemotionales Erlebnis, erfordert bei der Anreise zum Bahnhof jedoch deutlich mehr Pufferzeit aufgrund des dichten Gedränges.
    • Wetterfeste Kleidung: An der Ostseeküste weht fast immer eine frische Brise, und das Wetter kann im Norden schnell umschlagen. Packen Sie für Ihren Landausflug daher immer eine wind- und wasserdichte Jacke (die klassische norddeutsche „Schietwetter-Jacke“) sowie bequemes, flaches Schuhwerk für die langen Spaziergänge entlang der Kaianlagen ein.

    Häufig gestellte Fragen (FAQ)

    • Was muss ich beachten, wenn mein Kreuzfahrt-Stopp in die Kieler Woche fällt?

      Die weltberühmte Kieler Woche findet jährlich in der letzten vollen Juni-Woche statt. In dieser Zeit verwandelt sich die gesamte Kiellinie direkt vor dem Ostseekai in eine riesige Festmeile. Für Sie bedeutet das: Planen Sie für Ihre Anreise zum Schiff unbedingt deutliche Zeitpuffer von mindestens 1 bis 2 Stunden ein, da die Straßen gesperrt und Busse sowie Bahnen extrem ausgelastet sind. Das Ein- und Auslaufen des Schiffes inmitten von Tausenden von Segelbooten ist jedoch ein unvergessliches, absolut einmaliges Erlebnis.

    • Wo kann ich in Kiel die Schleusung der großen Schiffe im Nord-Ostsee-Kanal beobachten?

      Die beste Aussicht auf das technische Schauspiel bietet die Besucherplattform auf der Südseite der Schleuse in Kiel-Holtenau. Die Plattform ist komplett kostenfrei zugänglich und verfügt über ein kleines Informationszentrum. Sie erreichen Holtenau vom Hauptbahnhof aus unkompliziert mit den Buslinien 11 oder 91S der KVG (Haltestelle „Kanal“ oder „Schleuse“).

    • Wie komme ich vom Kreuzfahrthafen zum Marine-Ehrenmal und dem U-Boot in Laboe?

      Der schönste und unkomplizierteste Weg führt über das Wasser. Nutzen Sie die Fördefähre der Linie F1 direkt ab der Bahnhofsbrücke (nahe Hauptbahnhof) oder dem Anleger Seegarten (nahe Ostseekai) und fahren Sie bis zur Station „Laboe“. Die Fahrtzeit beträgt ca. 45 Minuten. Vom Fähranleger in Laboe sind es nur noch rund 10 flache Gehminuten entlang der Strandpromenade bis zum U-Boot U-995 und dem Ehrenmal.

    • Was kostet die Fahrt mit den öffentlichen Fördefähren und wo kaufe ich Tickets?

      Die Fähren der Schlepp- und Fährgesellschaft Kiel (SFK) gehören zum öffentlichen Nahverkehr des VRK. Eine Einzelfahrt von der Bahnhofsbrücke bis nach Laboe kostet für Erwachsene derzeit rund 4 bis 5 Euro (Stand 2026). Fahrkarten können Sie ganz bequem direkt an den Fahrkartenautomaten an den Anlegestellen oder direkt an Bord der Fähren erwerben.

    • Wie komme ich am besten vom Kieler Hauptbahnhof zu den Schiffen?

      Zu den zentrumsnahen Liegeplätzen am Schwedenkai (ca. 5–10 Gehminuten) und Ostseekai (ca. 15–20 Gehminuten) gelangen Sie ganz bequem und barrierefrei über den ausgeschilderten Fußweg entlang der Hafenpromenade. Für das weit entfernte Terminal im Ostuferhafen nutzen Sie am besten die kontinuierlichen Shuttle-Busse Ihrer Reederei oder die landschaftlich schöne Fahrt mit den Fördefähren der SFK (Linie F1) ab der Bahnhofsbrücke.

    • Wie weit ist es von den Kreuzfahrtterminals in die Innenstadt von Kiel?

      Das hängt vom jeweiligen Liegeplatz ab. Die Hauptterminals am Ostseekai, Schwedenkai und Sartorikai liegen direkt im Stadtzentrum. Nach dem Verlassen des Schiffes stehen Sie innerhalb von 5 bis 15 Gehminuten mitten in der Fußgängerzone (Holstenstraße) oder an der Einkaufsmeile Sophienhof. Lediglich das Terminal im Ostuferhafen liegt auf der gegenüberliegenden Seite der Förde in einem Industriegebiet und ist nicht zu Fuß erreichbar.

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