HANSEATIC nature: Das Erlebnis bestimmt den Kurs
Die HANSEATIC nature ist das erste von drei baugleichen Expeditionsschiffen von Hapag-Lloyd Cruises. Sie nimmt höchstens 230 Gäste mit, in der Antarktis und bei Spitzbergen-Umrundungen nur 199. Zwei ausfahrbare Glasbalkone und ein Decksumlauf am Vorschiff bringen Sie näher an die Landschaft, als es auf großen Schiffen möglich ist.
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Ein Schiff, das nah herangeht

Es gibt einen Moment, in dem sich zeigt, wofür dieses Schiff gebaut wurde. Zwei gläserne Balkone fahren seitlich aus der Bordwand, und plötzlich stehen Sie über dem Wasser statt dahinter. Kein Fensterglas, kein Deck zwischen Ihnen und der Küste.
Die HANSEATIC nature lief am 5. Mai 2019 zu ihrer ersten Reise aus Hamburg aus, über die Hebriden und die Orkney- und Shetlandinseln nach Bergen. Sie war der erste Neubau einer neuen Expeditionsklasse von Hapag-Lloyd Cruises. Zwei baugleiche Schwestern folgten: die HANSEATIC inspiration im Oktober 2019 und die HANSEATIC spirit im Mai 2021.
Höchste Eisklasse für Passagierschiffe
Die HANSEATIC nature fährt mit der Eisklasse PC6 nach Polar Code. Die Reederei nennt das die höchste Eisklasse für Passagierschiffe. Praktisch heißt das: Das Schiff kommt dorthin, wo größere Einheiten umkehren müssen, und es kommt näher heran.
Der Nature Walk am Vorschiff
Ein Deckumlauf führt außen um das Vorschiff herum. Die Reederei nennt ihn Nature Walk. Sie stehen dort ganz vorn, hören das Eis am Rumpf und sehen die Küste ohne Aufbauten im Blick. Auf Fotos fällt dieser Umlauf kaum auf, an Bord verändert er den ganzen Tag.
Klein genug für 230 Gäste
Mehr als 230 Gäste nimmt die HANSEATIC nature nie mit. In der Antarktis und bei Spitzbergen-Umrundungen sind es sogar nur 199. Beide Zahlen nennt die Reederei selbst, und beide gelten offiziell. Weniger Gäste an Bord bedeuten kürzere Wartezeiten am Zodiac und mehr Zeit an Land, und das ist der praktische Unterschied zu großen Schiffen.
Inspired by nature als Designkonzept
Das Gestaltungskonzept trägt den Namen „Inspired by nature" und stammt vom Architekturbüro OCEANARCHITECTS. Es zieht sich vom Namen des Schiffs bis in die Innenräume durch. Die Reederei ordnet die HANSEATIC nature dem Fünf-Sterne-Niveau zu, finanziert wurde die Expeditionsklasse durch eine Investition der TUI Group, in deren Eigentum die Flotte gemeinsam mit Hapag-Lloyd Cruises steht.
Kabinen und Suiten

Wer morgens die Vorhänge aufzieht, schaut hinaus. Immer, denn das Schiff hat keine Innenkabinen.
Die 120 Kabinen und Suiten verteilen sich auf sieben Decks, alle mit Außenblick. Sechs Kategorien stehen zur Wahl, von der Panoramakabine bis zur Grand Suite.
Von 21 bis 71 Quadratmetern
Am kompaktesten sind Panoramakabinen mit rund 21 und Außenkabinen mit rund 22 Quadratmetern. Die French Balcony Kabine misst je nach Deck etwa 21 oder 23 Quadratmeter, auf Deck 6 fällt sie größer aus als auf Deck 7. Die Balkonkabine kommt auf rund 27 Quadratmeter samt eigenem Balkon von etwa fünf. Darüber liegen die Junior Suite mit rund 42 und die Grand Suite mit rund 71 Quadratmetern.
Die Heizwand im Bad
Ein Detail verrät, dass hier jemand an Expeditionen gedacht hat: In jedem Bad gibt es eine beheizbare Wand, an der nasse Parkas und Handtücher trocknen. Nach einer Zodiac-Fahrt im Schneeregen ist das kein Komfortextra, sondern der Unterschied zwischen trockener und klammer Jacke am nächsten Morgen.
Was in jeder Kabine liegt
Fernglas und Nordic-Walking-Stöcke gehören zur Standardausstattung, dazu Regendusche, Kaffeemaschine, eine kostenfreie Minibar mit alkoholfreien Getränken und trennbare Betten. Über das Infotainment laufen die Expertenvorträge live und als Aufzeichnung, dazu das Bild der Vorauskamera und die Seekarte. Sie sehen also vom Bett aus, worauf das Schiff gerade zuhält. Kabine 404 auf Deck 4 ist barrierefrei ausgestattet.
Was die Suiten zusätzlich bieten
Junior Suite und Grand Suite trennen Wohn- und Schlafbereich, haben einen eigenen Essbereich und eine Dampfsauna im Duschbereich. Dazu kommen Butlerservice und eine Minibar, die auch Spirituosen enthält. Die Grand Suite hat eine Veranda mit Heizstrahlern, ein Tageslichtbad mit freistehender Badewanne und eigenem Verandazugang sowie freie WLAN-Nutzung.
Restaurants an Bord

Nach acht Stunden im Zodiac zählt vor allem eines: dass jemand anders kocht.
Drei Restaurants stehen dafür bereit. Das HANSEATIC Restaurant ist das Hauptrestaurant mit 178 Plätzen, geöffnet vom Frühstück bis zum Dinner, mit täglich wechselnden Menüs, die sich an den Reisezielen orientieren.
Lido Restaurant unter freiem Himmel
Das Lido Restaurant bietet 184 Plätze im Innen- und Außenbereich. An warmen Tagen essen Sie dort mit Blick aufs Wasser, an kalten hinter Glas, aber mit demselben Ausblick.
Hamptons als Spezialitätenrestaurant
Das Hamptons ist das kleinste der drei und mit 44 Plätzen das persönlichste. Die Küche ist nordamerikanisch, das Ambiente an die Ostküste angelehnt. Jedes der drei Schwesterschiffe hat ein eigenes Spezialitätenrestaurant, das Hamptons gibt es nur auf der nature.
Bars und Lounge
Im HanseAtrium und in der Observation Lounge wird ausgeschenkt, dazu am Poolbereich. Aus der Observation Lounge heraus lässt sich verfolgen, was draußen vorbeizieht, ohne dafür an Deck zu gehen. Auf Polarrouten mit Wind und Nässe ist das mehr wert, als es zunächst klingt.
Ocean Academy und HanseAtrium

Über 250 Beiträge zum Nachschlagen
Herzstück des Wissensbereichs auf Deck 8 ist die Study Wall, eine Touch-Bildschirmwand von sechs mal 1,8 Metern. Für sie wurden mehr als 250 Beiträge aus Ozeanografie, Ethnografie und Geologie aufbereitet, dazu landeskundliche Informationen zu den Reisezielen. Sortiert sind sie in fünf Themenströme, darunter „Meere und Ozeane“ und „Länder und Menschen“.
Vier Study Seats und ein Mikroskopierbereich
Neben der Wand stehen vier Study Seats mit einschwenkbaren Touchscreens, an denen Sie einzelne Themen weiter vertiefen. Ein digitales Study Poster stellt wissenschaftliche Zusammenhänge visuell dar, ein Mikroskopierbereich ergänzt den Raum. Die Inhalte stammen unter anderem vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel, und dazu von Wissenschaftlern und Journalisten. Entwickelt wurde das Konzept über rund zweieinhalb Jahre gemeinsam mit zwei Hamburger Unternehmen.
Vorträge, die Sie nicht verpassen
Im HanseAtrium, einer teilbaren Lounge mit großen LED-Bildschirmen, finden täglich Expertenvorträge statt. Wer gerade an Land war oder den Termin verpasst hat, holt den Vortrag später nach: Die Expertenvorträge laufen live und als Aufzeichnung über das Infotainment in der Kabine.
Expeditionsausrüstung und Aktivitäten

Die eigentliche Reise beginnt, wenn das Schiff stoppt. Dann öffnet sich die Marina, und die Boote gehen zu Wasser.
17 Zodiacs und bordeigene Kajaks
An Bord sind 17 bordeigene Zodiacs, darunter E-Zodiacs mit umweltfreundlichem Elektroantrieb. Dazu kommen Kajaks und die Marina, über die beides zu Wasser gelassen wird. Wanderungen und Anlandungen begleiten ein Expeditionsteam.
Programm für 10- bis 17-Jährige
Auf ausgewählten Reisen gibt es ein eigenes Programm für Jugendliche zwischen 10 und 17 Jahren, mit Wanderungen, Mikroskopieren, Zodiacfahrten sowie altersgerechten Vorträgen und Workshops. Wer ohne Jugendliche reisen möchte, findet mit der HANSEATIC spirit ein Schwesterschiff, das ausschließlich Gäste ab 18 Jahren aufnimmt.
Sports Club, Pool und Ocean Spa
Im Sportclub begleitet ein Fitnesscoach das Aktivprogramm. Der Poolbereich auf dem Sonnendeck hat eine Gegenstromanlage und ein flexibles Zeltdach. Im Ocean Spa liegen zwei Saunen, eine finnische und eine Dampfsauna, dazu Erlebnisduschen und ein Eisbrunnen.
Was extra kostet
Massagen sowie Kosmetik- und Beautybehandlungen werden gegen Aufpreis angeboten. Sauna, Pool und Fitnessbereich stehen ohne Zusatzkosten offen.
Wohin die HANSEATIC nature fährt

Zwischen Packeis und Palmen liegen bei diesem Schiff manchmal nur wenige Wochen.
Arktis und Nordeuropa
Den Schwerpunkt bilden Spitzbergen-Umrundungen, Fahrten nach Nordostgrönland und Routen entlang Norwegens Küste bis zum Nordkap, dazu Lofoten und Vesterålen. Im Herbst kommen Polarlichtreisen und Fahrten nach Lappland hinzu, im Sommer Ostsee- und Nordseerouten mit Hansestädten und Schären.
Wie lange die Reisen dauern
Die Bandbreite ist größer, als es bei einem Expeditionsschiff zu erwarten wäre. Sie reicht von vier Nächten in der Nordsee bis zu neunzehn Nächten entlang europäischer Flüsse. Der Regelfall liegt zwischen zehn und sechzehn Nächten: Eine Spitzbergen-Umrundung dauert zehn Nächte, eine Kombination aus Spitzbergen-Umrundung und Nordostgrönland sechzehn, eine Polarlichtreise entlang der norwegischen Küste fünfzehn.
Atlantik und Britische Inseln
Weiter südlich stehen die Azoren, Madeira, die Kanaren und die Kapverden im Programm, dazu Marokko, Portugal, Spanien und Frankreich. Auch Umrundungen der Britischen Inseln und die Kanalinseln werden gefahren.
Tropen im Winter
Im europäischen Winter wechselt das Schiff die Hemisphäre und fährt zu den Seychellen, nach Madagaskar sowie nach Südafrika und in den Indischen Ozean. Zwischen einer Spitzbergen-Umrundung im Sommer und einer Madagaskar-Reise über die Festtage liegen damit nur wenige Monate.
Kurzreisen als Einstieg
Wer das Schiff erst einmal kennenlernen möchte, findet auch kurze Routen im Programm. Vier Nächte führen ab Hamburg über List und Esbjerg nach Helgoland. Sechs Nächte verbinden Bremerhaven, Amsterdam und London mit der Rückkehr nach Hamburg. Ein Tipp: Solche Kurzreisen sind ein realistischer Test, ob Ihnen das Expeditionsformat liegt, bevor Sie zwei Wochen Arktis buchen.
Ein Beispiel für eine Atlantikroute
Wie dicht die Häfen auf den längeren Routen liegen, zeigt eine neuntägige Fahrt zwischen zwei Kontinenten: Sie beginnt in Sevilla, führt über Gibraltar nach Casablanca und weiter zu den Kanaren mit Arrecife auf Lanzarote, Santa Cruz de La Palma und San Sebastián de La Gomera. Vor dem Ziel Funchal auf Madeira steht noch ein Stopp an den unbewohnten Ilhas Desertas.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur HANSEATIC nature
- Wie viele Gäste passen auf die HANSEATIC nature?
Das Schiff nimmt höchstens 230 Gäste mit. Bei Antarktisreisen und Spitzbergen-Umrundungen sind es 199.
- Welche Eisklasse hat die HANSEATIC nature?
Die HANSEATIC nature fährt mit der Eisklasse PC6 nach Polar Code. Hapag-Lloyd Cruises bezeichnet sie als höchste Eisklasse für Passagierschiffe.
- Welche Restaurants gibt es an Bord?
An Bord sind das HANSEATIC Restaurant mit 178 Plätzen, das Lido Restaurant mit 184 Plätzen und das Spezialitätenrestaurant Hamptons mit 44 Plätzen.
- Hat die HANSEATIC nature Innenkabinen?
Nein, das Schiff hat ausschließlich Außenkabinen. Insgesamt gibt es 120 Kabinen und Suiten von 21 bis 71 Quadratmetern.
- Wie viele Zodiacs sind an Bord?
Die HANSEATIC nature führt 17 bordeigene Zodiacs mit, darunter E-Zodiacs mit Elektroantrieb. Dazu kommen bordeigene Kajaks.
- Was ist die Ocean Academy?
Die Ocean Academy ist ein Wissensbereich auf Deck 8 mit einer sechs mal 1,8 Meter großen Touch-Bildschirmwand. Die Inhalte stammen unter anderem vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel.
- Wann wurde die HANSEATIC nature gebaut?
Das Schiff wurde 2019 bei Vard gebaut und lief am 5. Mai 2019 zu seiner ersten Reise ab Hamburg aus.
- Kann die HANSEATIC nature Landstrom nutzen?
Ja, der Landstromanschluss wurde am 11. März 2024 in Kiel von der Klassifikationsgesellschaft DNV abgenommen. Seitdem kann das Schiff weltweit Landstrom beziehen.
- Welche Schwesterschiffe hat die HANSEATIC nature?
Die HANSEATIC inspiration und die HANSEATIC spirit sind baugleich. Sie unterscheiden sich beim Spezialitätenrestaurant, die spirit fährt zusätzlich als Adults-only-Schiff.
- Wohin fährt die HANSEATIC nature?
Die Schwerpunkte liegen in der Arktis, in Norwegen und in der Ostsee. Im europäischen Winter fährt das Schiff unter anderem zu den Seychellen, nach Madagaskar und nach Südafrika.
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