Kirkenes: Das Ende der Postschiffroute
Der Hafen von Kirkenes

Im äußersten Nordosten Norwegens, nahe der russischen Grenze, liegt Kirkenes – ein faszinierendes Kreuzfahrtziel, das Reisende mit seiner Mischung aus rauer Industriekulisse, arktischer Natur und kultureller Authentizität überrascht. Eingebettet im geschützten Bøkfjorden und unweit der mächtigen Barentssee, empfängt der Hafen Kreuzfahrtgäste in einer Landschaft, die zugleich wild, ursprünglich und geschichtsträchtig ist.
Der Hafen von Kirkenes – funktional und faszinierend zugleich
Das Kreuzfahrtterminal bietet einen bequemen Zugang zu diesem abgelegenen, aber eindrucksvollen Ort. Direkt nach dem Anlegen öffnet sich für Besucher eine Szenerie aus stillgelegten Lagerhäusern, Kränen und maritimer Infrastruktur, die die industrielle Vergangenheit der Region widerspiegelt.
Auch wenn der erste Eindruck eher schlicht wirkt, erzählt der Hafen eine spannende Geschichte von Fischerei, Forstwirtschaft und stetiger Neuerfindung. Heute ist Kirkenes ein Ort, an dem sich wirtschaftliche Tradition und touristische Entdeckung harmonisch begegnen.
Vom Schiff in die Innenstadt
Die wichtigste Information für Kreuzfahrtgäste: Der Weg vom Schiff ins Zentrum ist unkompliziert. Vom Hafen aus erreicht man das Stadtzentrum von Kirkenes bequem in etwa 20 Minuten zu Fuß. Der Weg führt dabei entlang der Küste und bietet immer wieder Ausblicke auf Fjord, Industrieanlagen und die weitläufige Landschaft des Nordens. Alternativ stehen je nach Anlauf auch Shuttle-Services oder organisierte Ausflüge zur Verfügung, die insbesondere bei schlechtem Wetter oder für zeitlich eingeschränkte Gäste eine komfortable Option darstellen.
Sehenswürdigkeiten in Kirkenes

Die Stadt befindet sich rund 400 Kilometer nördlich des Polarkreises – und liegt geografisch auf derselben östlichen Länge wie St. Petersburg. Diese außergewöhnliche Lage prägt nicht nur das Stadtbild, sondern auch die kulturelle Identität.
Die russisch-norwegische Verbindung
Ein zentrales Highlight ist das Russendenkmal, das an die Befreiung der Region Sør-Varanger durch die Rote Armee im Herbst 1944 erinnert. Es steht sinnbildlich für die enge historische Verbindung zwischen Norwegen und Russland. Auch heute sind diese Einflüsse im Alltag sichtbar: Straßenschilder sind zweisprachig in Norwegisch und Russisch, und einmal im Monat findet ein traditioneller russischer Markt statt, der Besucher aus der gesamten Region anzieht. Sie können im Rahmen geführter Ausflüge die nur wenige Kilometer entfernte norwegisch-russische Grenze beim Grenzübergang Storskog besuchen und dort die besondere Lage am äußersten Rand Europas erleben. Ein tatsächliches Überschreiten der Grenze ist jedoch nicht möglich – der Besuch beschränkt sich auf den markierten Grenzbereich und eindrucksvolle Fotostopps auf norwegischer Seite.
Für Geschichtsinteressierte
Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, sollte das Grenselandmuseet (Grenzlandmuseum) besuchen. Es beleuchtet die bewegte Vergangenheit der Grenzregion, den Zweiten Weltkrieg, die Bergbaugeschichte sowie das Leben im hohen Norden. Ebenfalls bedeutend ist das Savio-Museum, das dem samischen Künstler John Andreas Savio gewidmet ist. Seine Werke geben eindrucksvolle Einblicke in das Leben der Rentierzüchter, die Kultur der Samen sowie die arktische Natur.
Nicht zu übersehen ist auch die historische Dimension der Stadt selbst: Kirkenes wurde im Zweiten Weltkrieg nahezu vollständig zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Die Erinnerung daran ist heute noch in Gedenkorten wie Bunkeranlagen und Denkmälern spürbar und macht den Besuch zu einer eindrucksvollen Zeitreise.
Naturwunder im Wechsel der Jahreszeiten

In Kirkenes erleben Kreuzfahrtgäste zwei der beeindruckendsten Naturphänomene der Arktis: die Mitternachtssonne im Sommer und die Polarlichter im Winter. Beide Erscheinungen hängen direkt mit der extremen nördlichen Lage nahe des Polarkreises zusammen und prägen den Rhythmus des Lebens in der Region.
Mitternachtssonne: der endlose arktische Sommer
Von etwa Ende Mai bis Mitte Juli geht in Kirkenes die Sonne nicht unter. Während dieser Zeit bleibt es rund um die Uhr hell, und die Landschaft erstrahlt in einem außergewöhnlichen, goldenen Licht. Diese Phase der Mitternachtssonne ist ideal für Aktivitäten wie Wanderungen, Bootsfahrten oder Angeltouren, da keine Dunkelheit den Tagesablauf begrenzt.
Gerade für Kreuzfahrtgäste wirkt dieses Naturphänomen besonders intensiv: Selbst spät in der Nacht bleibt die Umgebung hell und aktiv – ein einzigartiges Erlebnis, das den hohen Norden Norwegens unvergesslich macht. Denken Sie eventuell daran, eine Schlafmaske auf Ihre Reise mitzunehmen.
Polarlichter: das magische Winterlicht
Die beste Zeit für die Polarlichter liegt zwischen September und März, wenn die Nächte in der Region lang und dunkel sind. In dieser Zeit tanzen bei klarem Himmel grüne, violette oder rote Lichtschleier über den Himmel und verwandeln die arktische Landschaft in eine fast mystische Kulisse.
Rund um Kirkenes sind die Chancen auf Nordlichtsichtungen besonders hoch, da die Region weit nördlich des Polarkreises liegt und nur wenig Lichtverschmutzung vorhanden ist. Schneebedeckte Landschaften, klare Luft und kalte Wintertage schaffen ideale Bedingungen für dieses Naturereignis.
Eine Stadt, zwei Welten
Kirkenes bietet damit zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen spektakuläre Reiseerlebnisse – je nach Jahreszeit. Ob endloses Tageslicht im Sommer oder tanzende Nordlichter im Winter: Beide Phänomene machen die Region zu einem außergewöhnlichen Kreuzfahrtziel am Rand der Arktis.
Aktivitäten

Kirkenes ist weit mehr als ein kurzer Kreuzfahrtstopp – die Region gilt als einer der spannendsten Erlebnisräume in Nordnorwegen. Besonders bekannt ist sie für ihre Kombination aus arktischer Wildnis, Grenzgeschichte und außergewöhnlichen Outdoor-Aktivitäten.
Eine Welt aus Eis: Das Schneehotel
Ein absolutes Highlight ist das berühmte Snowhotel 365, ein ganzjährig geöffnetes Eishotel mit kunstvoll gestalteten Schnee- und Eisskulpturen. Hier erleben Gäste eine faszinierende Welt aus Eis, ergänzt durch eine Eisbar und geführte Rundgänge. Ebenso beliebt ist die Königskrabben-Safari in der Barentssee. Dabei werden die riesigen Krabben mit traditionellen Fangmethoden geholt und anschließend frisch verkostet – ein kulinarisches Erlebnis, das untrennbar mit Kirkenes verbunden ist.
Sommer und Winter in Kirkenes
Im Winter verwandelt sich die Region in eine arktische Abenteuerlandschaft: Hundeschlittenfahrten durch verschneite Wälder, Schneemobil-Safaris über gefrorene Ebenen und Übernachtungen im Schneehotel gehören zu den beliebtesten Aktivitäten. Die klare Luft, die Stille der Natur und das nordische Licht schaffen dabei eine fast magische Atmosphäre.
Im Sommer zeigt sich Kirkenes von einer völlig anderen Seite. Dann stehen Bootstouren durch die Fjorde, Kajak- und Kanufahrten, Wanderungen entlang der Küste, Angeln sowie sogar Tauchausflüge auf dem Programm. Die Landschaft wirkt dann rau, weit und ursprünglich – ein Kontrast, der den besonderen Reiz der Region ausmacht.
Aufenthalt in Kirkenes unbedingt verlängern
Wer Kirkenes als Start- oder Zielhafen einer Kreuzfahrt – beispielsweise im Rahmen einer Hurtigruten- oder Expeditionsroute – erlebt, sollte ernsthaft über eine Verlängerung des Aufenthalts um mindestens eine Nacht nachdenken.
Die Region entfaltet ihr volles Potenzial erst abseits des reinen Landgangs. Viele der besten Erlebnisse – vom Snowhotel über Hundeschlittenfahrten bis hin zur Königskrabben-Safari – lassen sich zeitlich deutlich entspannter genießen, wenn man nicht an den engen Fahrplan eines Schiffes gebunden ist.
Gerade die Kombination aus arktischer Natur, Grenzgeschichte und außergewöhnlichen Ausflügen macht Kirkenes zu einem Ziel, das deutlich mehr verdient als nur ein paar Stunden Aufenthalt. Eine zusätzliche Nacht eröffnet die Möglichkeit, die Region intensiver zu erleben – und die Magie des hohen Nordens wirklich wirken zu lassen.
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Die Postschiffroute: Von Bergen nach Kirkenes und zurück

Die norwegische Postschiffroute ist keine gewöhnliche Kreuzfahrt. Sie ist ein Stück lebendige Geschichte – und seit 1893 ununterbrochen in Betrieb. Damals startete Kapitän Richard With die erste planmäßige Schnellschiffsverbindung zwischen Trondheim und Hammerfest. Ziel war nicht Tourismus, sondern etwas viel Grundlegenderes: Menschen, Post und Waren entlang einer extrem langen und zerklüfteten Küste zu verbinden. Mittlerweile ist nach ihm sogar ein Schiff benannt: Die MS Richard With von Hurtigruten.
Von einer mutigen Idee zur legendären Route
Die ersten Fahrten waren eine technische und navigatorische Meisterleistung. Karten waren unvollständig, Leuchttürme selten, und viele Passagen mussten neu erforscht werden. Dank erfahrener Lotsen und genauer Beobachtungen entstand nach und nach eine sichere Route entlang der gesamten Küste.
Mit der Zeit wurde sie erweitert – nach Süden bis Bergen und nach Norden bis Kirkenes. Aus einer Versorgungslinie wurde ein System, das heute 34 Häfen regelmäßig verbindet.
Zwei Reedereien, ein unverändertes Erlebnis
Seit der Neuorganisation der Küstenlinie teilen sich heute zwei Anbieter diese einzigartige Route:
Die Schiffe fahren weiterhin täglich zwischen Bergen und Kirkenes – rund 2.500 Seemeilen entlang von Fjorden, Inseln und kleinen Küstenstädten.
Eine Reise durch echtes Norwegen
Das Besondere an der Postschiffroute ist nicht nur die Landschaft, sondern ihr Rhythmus. Das Schiff ist kein isoliertes Kreuzfahrterlebnis, sondern Teil des Alltags: Es bringt Post, Güter und Passagiere an Orte, die oft keine Straße haben. Mal dauert der Aufenthalt im Hafen nur wenige Minuten, mal mehrere Stunden. Große Städte wie Bergen oder Tromsø wechseln sich mit winzigen Fischerdörfern ab. Die Postschiffroute ist die authentischste Art, die norwegische Küste zu erleben.
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Erleben Sie Kirkenes als einzigartiges Kreuzfahrtziel am Rand Europas: spektakuläre Natur, bewegende Geschichte und unvergessliche Ausflüge in die arktische Wildnis warten auf Sie. Ob Postschiffroute, Königskrabben-Safari oder Polarlichter – Kirkenes ist ein Erlebnis, das weit über einen gewöhnlichen Hafenstopp hinausgeht. Planen Sie jetzt Ihre Reise und sichern Sie sich Ihren Platz auf einer der faszinierendsten Routen der Welt.
Häufig gestellte Fragen
- Wo liegt Kirkenes genau?
Kirkenes liegt im äußersten Nordosten Norwegens am Bøkfjord, einem Seitenarm des Varangerfjords, nur wenige Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Die Stadt befindet sich weit nördlich des Polarkreises und ist einer der letzten Stopps vieler Nordland-Kreuzfahrten.
- Was können Sie in Kirkenes auf eigene Faust unternehmen?
Kreuzfahrtgäste können das kleine Stadtzentrum erkunden, das Grenselandmuseet besuchen, entlang des Fjords spazieren oder lokale Cafés entdecken. Die Stadt ist kompakt und gut zu Fuß erkundbar.
- Welche Naturerlebnisse gibt es in Kirkenes?
Die Region bietet eine außergewöhnliche arktische Natur mit Taiga-Wäldern, Fjorden und einer reichen Tierwelt. Besonders bekannt ist die Gegend für Braunbären, Rentiere, Elche sowie die Königskrabben in der Barentssee.
- Wann ist die beste Reisezeit für Kirkenes?
Das hängt vom gewünschten Erlebnis ab:
- Sommer (Mai–Juli): Mitternachtssonne, lange Tage, Outdoor-Aktivitäten
- Winter (Oktober–März): Polarlichter, Schneeabenteuer, Hundeschlitten & Schneemobil
- Sind Polarlichter in Kirkenes sichtbar?
Ja, die Chancen sind zwischen September und März sehr gut, da die Stadt weit im Norden liegt und wenig Lichtverschmutzung hat. Klare, kalte Nächte bieten die besten Bedingungen.
- Wie kommen Sie am besten nach Kirkenes?
Kirkenes erreicht man am eindrucksvollsten mit dem Kreuzfahrtschiff im Rahmen der klassischen Postschiffroute von Bergen entlang der norwegischen Küste. Diese Reise führt durch spektakuläre Fjorde und arktische Landschaften bis zum nördlichen Wendepunkt der Route im hohen Nordosten Norwegens.
- Was kostet eine Reise von Bergen nach Kirkenes?
Die Preise für die Postschiffroute von Bergen nach Kirkenes hängen stark von Saison, Reederei, Schiff und Kabinenkategorie ab. In der Regel beginnen attraktive Angebote im Winter bei etwa 1.500 € pro Person, während in der Sommersaison Preise ab rund 3.000 € pro Person üblich sind.












